Herausgeber/Institute
Abkürzungsverzeichnis
Autor

Bewertung der dena-Netzstudie II und des europäischen Infrastrukturprogramms

Herausgeber/Institute:

WIP (TU Berlin), WWF

Autoren:

Christian von Hirschhausen, Robert Wand, Christina Beestermöller

Datum:

November 2010

Themenbereiche:

Energiesysteme

Schlagwörter:

Stromnetze, Stromversorgung, Energieversorgungssystem


Art der Veröffentlichung:

Gutachten

Auftraggeber:

WWF

Seitenzahl:

32

Zielsetzung und Fragestellung

Im Auftrag der Umweltstiftung WWF bewerten die Autoren die dena-Netzstudie II sowie das europäische Infrastrukturpaket im Hinblick auf ihren jeweiligen Beitrag zu einer nachhaltigen Energiewirtschaft in Deutschland und Europa. Die Veröffentlichungen werden jeweils aus gesamtwirtschaftlicher Perspektive untersucht unter Einbeziehung technischer, ökonomischer und institutioneller Aspekte der deutschen und europäischen Energiewegeplanung.

Zentrale Ergebnisse

Fehlende gesamtwirtschaftliche Perspektive
Die bisherigen Studien zum Netzausbau sind den Gutachtern zu technisch bzw. betriebswirtschaftlich geprägt. Für eine klima- und energiesystemorientierte Gesamtbetrachtung sei vielmehr eine gesamtwirtschaftliche Betrachtungsweise erforderlich. Diesem Anspruch wird die dena-Netzstudie II nicht gerecht, da sie den Nutzen des Netzausbaus in unterschiedlichen Varianten, z.B. hinsichtlich CO2-Vermeidung oder Brennstoffeinsparung, nicht quantifiziert. Dadurch ist nach Ansicht der Autoren kein gesamtwirtschaftlicher Alternativenvergleich möglich. Im ...

Fehlende gesamtwirtschaftliche Perspektive
Die bisherigen Studien zum Netzausbau sind den Gutachtern zu technisch bzw. betriebswirtschaftlich geprägt. Für eine klima- und energiesystemorientierte Gesamtbetrachtung sei vielmehr eine gesamtwirtschaftliche Betrachtungsweise erforderlich. Diesem Anspruch wird die dena-Netzstudie II nicht gerecht, da sie den Nutzen des Netzausbaus in unterschiedlichen Varianten, z.B. hinsichtlich CO2-Vermeidung oder Brennstoffeinsparung, nicht quantifiziert. Dadurch ist nach Ansicht der Autoren kein gesamtwirtschaftlicher Alternativenvergleich möglich. Im ...

Fehlende gesamtwirtschaftliche Perspektive
Die bisherigen Studien zum Netzausbau sind den Gutachtern zu technisch bzw. betriebswirtschaftlich geprägt. Für eine klima- und energiesystemorientierte Gesamtbetrachtung sei vielmehr eine gesamtwirtschaftliche Betrachtungsweise erforderlich. Diesem Anspruch wird die dena-Netzstudie II nicht gerecht, da sie den Nutzen des Netzausbaus in unterschiedlichen Varianten, z.B. hinsichtlich CO2-Vermeidung oder Brennstoffeinsparung, nicht quantifiziert. Dadurch ist nach Ansicht der Autoren kein gesamtwirtschaftlicher Alternativenvergleich möglich. Im europäischen Infrastrukturpaket (EIP) erfolgt die Bewertung unterschiedlicher Projekte hingegen im Rahmen einer gesamtwirtschaftlichen Kosten-Nutzen-Analyse.

Zu kurzer Zeithorizont / mangelnde Problematisierung von Zielkonflikten

Damit auch die langfristigen politischen Ziele berücksichtigt werden, müssen nach Ansicht der Autoren die kurzen zeitlichen Betrachtungshorizonte in den Studien zu Langfristbetrachtungen bis 2050 verlängert werden.
Die dena-Netzstudie II liefere für die Netzausbauplanung der nächsten 5 bis 10 Jahre wenig neue Erkenntnisse im Vergleich zur dena-Netzstudie I. Umgekehrt ist sie nicht darauf ausgelegt, die Transformation der Energieversorgung bis 2050 mitzugestalten, da ihr Betrachtungshorizont im Jahr 2020 endet. Dies ist verbunden mit einem hohen Anteil fossiler Stromerzeugung, insbesondere auf Basis von Braun- und Steinkohle. Dabei bleibt die weitgehende Umstellung des Stromsektors auf Erneuerbare Energien als längerfristiges Ziel außer Acht, ebenso wie eine langfristige Veränderung der Elektrizitätsnachfrage. Der Zielkonflikt zwischen Infrastrukturausbau und alternativem Kapazitätsausbau werde in den Studien nicht ausreichend problematisiert.

Institutionelle und strukturelle Defizite

Zwar befassen sich viele Studien mit dem für die Integration der Erneuerbaren Energien erforderlichen Netzausbau, lassen jedoch die Frage nach der institutionellen und organisatorischen Umsetzung unbeantwortet. Dabei sehen die Autoren auch die Interessenkonflikte der unterschiedlichen Akteure (Stromerzeuger, Netzbetreiber, Aufsichtsbehörden) zu wenig berücksichtigt.
So gehen dena I und II vom Status quo der Netzausbauplanung aus. Da die Netzausbauziele der dena-I-Studie bis 2015 voraussichtlich nicht erreicht werden, seien die getroffenen Annahmen von dena II hinfällig. Auch auf europäischer Ebene erfolgt der Infrastrukturausbau wesentlich langsamer als geplant. Das Programm „Transeuropäische Netze“, wurde analog zu dena-I als ineffektiv evaluiert und in der Folge eingestellt. Inwieweit die Maßnahmen des EIP in der Folge zu einer beschleunigten Umsetzung führen, sei abzuwarten. Jedenfalls führen die Gutachter die Verzögerungen im Netzausbau auf die Ineffizienz der bisherigen Planungsinstrumente und -prozesse zurück. Sie halten eine Reform des institutionellen Rahmens für erforderlich, um die Effizienz des Planungsverfahrens zu steigern. Es bedürfe neuer Ansätze zur Planung und Entwicklung des Netzausbaus, z.B. eines einheitlichen Bundesenergiewegeplans, der unter allen Netzbetreibern und Bundesländern koordiniert wird bis hin zu einem europäisch integrierten Netzausbauplan. Es stelle sich die Frage, wer und wie die Planung, Finanzierung und Kontrolle des Systems sicherstellen soll.

Fehlende Transparenz sorgt für mangelnde Akzeptanz

Sowohl auf europäischer als auch nationaler Ebene besteht zwischen Übertragungsnetzbetreibern und Aufsichtsbehörden (Ministerien, Regulierungsbehörden) eine Informationsasymmetrie. Die Netzbetreiber verfügen über die Daten und führen Modellrechnungen aus, die dena hat in Deutschland eine koordinierende Funktion, während die Ministerien nicht direkt an den Planungen beteiligt sind. Dies wird nach Ansicht der Autoren der Infrastrukturverantwortung des Staates nicht gerecht und schwächt die Akzeptanz von Infrastrukturprojekten. Das EIP sieht zwar transparente Verfahren unter Beteiligung der Öffentlichkeit vor. Das zugrunde liegende Modell für langfristige Szenarien erscheint den Autoren jedoch zu wenig transparent. Eine höhere Transparenz des Prozesses der Energiewegeplanung würde nach Einschätzung der Autoren nicht nur die Urteils- und Diskussionsfähigkeit der Behörden und der Fachwelt verbessern, sondern auch die Akzeptanz für größere Infrastrukturprojekte.

Gesamteuropäische versus nationale Perspektive

Die dena-Netzstudie II betrachtet wegen des kurzfristigen Zeithorizonts nicht die Integration in ein europäisches Netz, jenseits des 10-Jahres-Netzentwicklungsplans der Übertragungsnetzbetreiber. Im Vergleich dazu steht der Infrastrukturausbau im Europäischen Infrastrukturprogramm in größerem Zusammenhang. Das EIP stärkt den Ansatz überregionaler und transnationaler Planungen und der Planungshorizont ist länger. Allerdings beruht der Infrastrukturausbau beim EIP auch auf den Berechnungen isoliert betrachteter nationaler Ausbaupläne und nicht integrierter Lastflüsse. Nach Einschätzung der Autoren sollte die Netzplanung mit Szenarienanalysen bezüglich alternativen Markdesigns arbeiten, denn sie gehen davon aus, dass der Netzausbaubedarf bei einer europaweiten integrierten Gesamtbetrachtung geringer ausfallen würde.

Zentrale Annahmen und Thesen

Notwendigkeit einer effizienten Nutzung und Ausbau von Stromnetzen

Grundthese der Gutachter ist, dass strukturelle Veränderungen im Energiemix auch einen grundlegenden Wandel in der Infrastrukturplanung bedingen. Eine effiziente Nutzung und der Ausbau von Stromnetzen sind notwendig für die Umstellung der Energieversorgung auf Erneuerbare Energien. Der Umfang des erforderlichen Infrastrukturausbaus hängt von bestimmten Annahmen und gesetzten Variablen, zum Beispiel dem Marktdesign, ab. Es gibt einen Zielkonflikt zwischen Infrastrukturausbau und alternativem Kapazitätsausbau, der von ...

Notwendigkeit einer effizienten Nutzung und Ausbau von Stromnetzen

Grundthese der Gutachter ist, dass strukturelle Veränderungen im Energiemix auch einen grundlegenden Wandel in der Infrastrukturplanung bedingen. Eine effiziente Nutzung und der Ausbau von Stromnetzen sind notwendig für die Umstellung der Energieversorgung auf Erneuerbare Energien. Der Umfang des erforderlichen Infrastrukturausbaus hängt von bestimmten Annahmen und gesetzten Variablen, zum Beispiel dem Marktdesign, ab. Es gibt einen Zielkonflikt zwischen Infrastrukturausbau und alternativem Kapazitätsausbau, der von ...

Notwendigkeit einer effizienten Nutzung und Ausbau von Stromnetzen

Grundthese der Gutachter ist, dass strukturelle Veränderungen im Energiemix auch einen grundlegenden Wandel in der Infrastrukturplanung bedingen. Eine effiziente Nutzung und der Ausbau von Stromnetzen sind notwendig für die Umstellung der Energieversorgung auf Erneuerbare Energien. Der Umfang des erforderlichen Infrastrukturausbaus hängt von bestimmten Annahmen und gesetzten Variablen, zum Beispiel dem Marktdesign, ab. Es gibt einen Zielkonflikt zwischen Infrastrukturausbau und alternativem Kapazitätsausbau, der von verschiedenen Studien nicht ausreichend problematisiert wird.

Umstellung des Zielsystems erforderlich

Für den Umbau des Energiesystems ist es notwendig, sich von der „alten Welt“ der Anreizregulierung und der hierarchischen Wertschöpfungskette aus Erzeugung, Transport, Verteilung und Vertrieb von Elektrizität zu verabschieden. Die „neue Welt“ einer langfristig kohlenstoffarmen Energieversorgung verlangt integrierte Planungen und nachhaltige Infrastrukturen. Es besteht daher dringender Bedarf nach einer Stromnetzplanung mit einem langfristigen Zeithorizont. Das Zielsystem muss von einer technisch-betriebswirtschaftlichen hin zu einer klima- und systemorientierten Gesamtbetrachtung umgestellt werden. Das Leitbild „nachhaltige Infrastrukturen“ erfordert deutlich erweiterte Mandate der Regulierungs- und Aufsichtsbehörden.

Methodik

Das Gutachten ordnet die Netzausbauplanung in das dynamische Umfeld der Infrastrukturpolitik ein. Die Autoren analysieren den Diskussionsstand zu verschiedenen Energieszenarien und Netzausbaustudien sowohl im deutschen, als auch europäischen Rahmen. Detailliert widmen sich die Gutachter der dena-II-Studie und dem Europäischen Infrastrukturprogramm sowie dem durch diese beiden Dokumente offengelegten Reformbedarf. Im Ergebnis zeigen die Autoren den Reformbedarf bei den längerfristig angelegten deutschen und europäischen Energiewegeplanungen auf und formulieren Vorschläge für die nächsten ...

Das Gutachten ordnet die Netzausbauplanung in das dynamische Umfeld der Infrastrukturpolitik ein. Die Autoren analysieren den Diskussionsstand zu verschiedenen Energieszenarien und Netzausbaustudien sowohl im deutschen, als auch europäischen Rahmen. Detailliert widmen sich die Gutachter der dena-II-Studie und dem Europäischen Infrastrukturprogramm sowie dem durch diese beiden Dokumente offengelegten Reformbedarf. Im Ergebnis zeigen die Autoren den Reformbedarf bei den längerfristig angelegten deutschen und europäischen Energiewegeplanungen auf und formulieren Vorschläge für die nächsten ...

Das Gutachten ordnet die Netzausbauplanung in das dynamische Umfeld der Infrastrukturpolitik ein. Die Autoren analysieren den Diskussionsstand zu verschiedenen Energieszenarien und Netzausbaustudien sowohl im deutschen, als auch europäischen Rahmen. Detailliert widmen sich die Gutachter der dena-II-Studie und dem Europäischen Infrastrukturprogramm sowie dem durch diese beiden Dokumente offengelegten Reformbedarf. Im Ergebnis zeigen die Autoren den Reformbedarf bei den längerfristig angelegten deutschen und europäischen Energiewegeplanungen auf und formulieren Vorschläge für die nächsten Schritte.

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