Staatliche Förderung der Energieforschung

Forschung und Entwicklung sind unabdingbar für den langfristigen Umbau des Energiesystems, den technologischen Fortschritt, den weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien und das Erreichen von Klimazielen in Deutschland und weltweit. Sie liefern wichtige Erkenntnisse, um die gesamtgesellschaftliche Aufgabe der Energiewende zu bewältigen.

Fördermittel

Dabei spielen verschiedene Forschungsfelder eine Rolle. Zur technologischen Dimension gehört beispielsweise die Weiterentwicklung von Speicher- oder Effizienztechnologien. Die Transformation des Energiesystems bringt aber auch soziale, ökologische und ökonomische Veränderungen mit sich. Erneuerbare Energien verändern zum Beispiel die Verhältnisse in den Märkten, neue Akteure wie Energiegenossenschaften beteiligen sich, es entstehen neue und andere Unternehmen. Auch das bringt eine Menge Forschungsbedarf mit sich, da der Markt für die Energiewende entsprechende Rahmenbedingungen braucht.

Diese Seite gibt einen Überblick über die für die Energiewende relevanten Forschungsförderprogramme der Bundesregierung sowie der Europaischen Union.

 

Forschungsförderung durch die Bundesregierung

Grundlage der Forschungsförderung im Bereich Energietechnologien durch die Bundesregierung bildet derzeit das 6. Energieforschungsprogramm, das die Schwerpunktthemen der Förderpolitik bis Ende 2014 beinhaltet. Insgesamt vier Ministerien beteiligen sich an der Forschungsförderung: das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi), das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB), das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Federführend ist das BMWi.

Der derzeitige Förderrahmen für die Jahre 2011 bis 2014 beträgt 3,5 Milliarden Euro, was einer Erhöhung um 75 Prozent im Vergleich zur Periode von 2006 bis 2009 entspricht. Die Mittel stammen zu einem großen Teil aus dem Energie- und Klimafonds.

Das Energieforschungsprogramm legt den Fokus auf anwendungsnahe Forschung und Entwicklungen im Bereich der Erneuerbaren Energien und die Integration dieser in die Energieversorgung. Vier Felder finden besondere Beachtung:
•    Erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Energiespeicher, Netztechnologien und die Integration in die Energieversorgung
•    Gemeinsame Initiativen zur Nutzung von Synergieeffekten
•    Ausbau internationaler Kooperation und besserer Vernetzung innerhalb der Europäischen Union
•    Bessere Abstimmung auf Bundes- und Länderebene und mit europäischen Förderinstitutionen

Der aktuelle Bericht zur Energieforschung mit ausführlichen Informationen zu verschiedenen Projekten und Technologien ist hier abzurufen. 
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat zudem im Jahr 2013 die Nationale Forschungsplattform Energiewende vorgestellt. Diese wurde gegründet, um die verschiedenen Forschungsaktivitäten zu bündeln und besteht aus den drei Ebenen „Energiesysteme der Zukunft“, „Forschungsforum Energiewende“ und dem „Koordinationskreis“.

Im Rahmen der Forschung für nachhaltige Entwicklungen (FONA) unterstützt das Bundesministerium für Bildung und Forschung seit 2013 die sozial-ökologische Forschung zur Energiewende mit einer eigenen Fördermaßnahme. Insgesamt 33 Forschungsverbünde, die sich mit der „umwelt- und gesellschaftsverträglichen Transformation des Energiesystems“ beschäftigen, werden bis 2017 mit einer Summe von rund 30 Millionen Euro gefördert.

 

Forschungsförderung durch die Europäische Union

Auf europäischer Ebene gilt seit Januar 2014 das Forschungs- und Innovationsrahmenprogramm Horizon 2020.  Das Programm hat ein Volumen von insgesamt fast 80 Milliarden Euro und konzentriert sich auf die Felder Wissenschaftsexzellenz, die führende Rolle der Industrie und gesellschaftliche Herausforderungen. Dem letztgenannten Feld ist der Themenbereich „sichere, saubere und effiziente Energieversorgung“ zugeordnet.
Das Programm beinhaltet für den Bereich Energie unter anderem folgende Schwerpunkte:
•    Reduzierung des Energieverbrauchs durch intelligente Nutzung bei Konsumenten und Produzenten
•    Weiterentwicklung der Stromversorgung durch Erneuerbare Energien
•    Flexibilisierung durch verbesserte Speichersysteme
•    Dekarbonisierung bei der Nutzung fossiler Brennstoffe
•    Ein modernes pan-europäisches Elektrizitätsnetz
•    Energie-, Verkehrs- und Kommunikationslösungen für intelligente Städte und Kommunen

Die Weiterentwicklung der Stromversorgung aus Erneuerbaren Energien soll durch die Technologieentwicklung Erneuerbarer Energiequellen und ihre Integration in das europäische Energiesystem ermöglicht werden. Die Fördermaßnahmen werden dabei eng abgestimmt mit den Zielen und Strategien des Strategic Energy Technology Plans der Europäischen Union.